Wie wir den Jahreszeiten-Wechsel mühelos überstehen

Die Tage werden wieder länger, man kann sich ohne Wintermantel nach draussen wagen, die Sonne fühlt sich wunderbar an auf dem Gesicht. Und trotzdem nagt da ein leises Unbehagen am Wohlbefinden. Wir stellen Tipps vor aus dem Yoga und Ayurveda.

Der Winter weicht langsam dem Frühling, es wird wärmer, das Leben erwacht wieder: Dieser Wechsel von einer Jahreszeit zur anderen macht uns nicht selten etwas durchlässiger und empfindsamer. Ja, dieser Übergang geht nicht spurlos an uns vorbei: Für die einen bringt der Wechsel viel Müdigkeit mit sich, für andere ist es vielleicht eher ein Gefühl von Antriebslosigkeit. Und trotzdem erwarten wir, dass wir genauso leistungsfähig sind wie sonst. Wir setzen uns selber unter Druck und meinen manchmal vielleicht, dass mit uns etwas nicht stimmt – alle anderen scheinen alles im Griff zu haben.

Gerade wenn wir uns unwohl fühlen und meinen, wir müssten doch irgendwie anders sein, ist es einfach zu vergessen, was wir eigentlich sind. Nämlich einzigartige Ausdrucksweisen des Universums. Oder das, was überhaupt wahrnimmt, dass wir uns unwohl fühlen. Zumindest ist dies die Lehre des Ayurveda und des Yoga: Letztlich ist alles eins und untrennbar verbunden. Manchmal können wir beim Üben etwas davon wahrnehmen, egal ob Asana oder Meditation. Je mehr wir unsere Aufmerksamkeit in den Körper bringen, desto mehr spüren wir das Leben selber.

Der Wechsel der Jahreszeiten beeinflusst das Wohlbefinden

So gesehen macht es sehr viel Sinn, dass der Wechsel von einer Saison zur anderen auch uns beeinflusst. Und wenn wir einen Blick in die alte Lehre des Ayurveda werfen, können wir noch mehr Klarheit in die Situation bringen. Es gibt drei Elemente im Ayurveda, die im Idealfall zu gleichen Teilen vorkommen: Vata, Pitta und Kapha – Luft, Feuer und Erde. Diese Elemente kommen auf allen Ebenen des menschlichen Daseins vor. Sind sie im Gleichgewicht, sind wir gesund und fühlen uns rundum wohl. Man ordnet die Jahreszeiten zudem bestimmten so genannten doshas zu.

So ist zum Beispiel der Winter die Zeit von Vata, eine Zeit der Kälte, Trockenheit und schnellen Bewegungen. Gerade wir befinden uns mitten in einem ziemlich abrupten Wechsel zum Frühling, der Saison von Kapha. Kapha hat ganz andere Qualitäten als Vata, wird assoziiert mit Schwere, Feuchtigkeit und Trägheit. Während sich unsere Umgebung gerade von einem dosha zum anderen mausert, spüren wir dies genauso in uns selber. Körperlich, emotional und mental. Die Kapha-Qualität des Frühlings kann sich in einer erhöhten Schleimproduktion zeigen, Wasseransammlungen in den Gliedern oder Verstopfung.

Hilfe bei Frühjahrsmüdigkeit

Die Zeit des schnellen, agilen Vata geht über zu einem langsameren, trägeren Kapha. Das zeigt sich auch in unserem Geist: Wir spüren die Frühlingsmüdigkeit, haben vielleicht weniger Lust, unseren Körper zu bewegen. Doch das heisst nun nicht, dass wir uns einfach in die Trägheit ergeben und warten müssen, bis die Saison des Pitta, der Sommer anbricht. Sowohl Ayurveda als auch Yoga haben allerlei Tipps bereit, wie wir den Überschuss an Kapha ausgleichen können und so den Wechsel der Jahreszeiten mühelos angehen.

  • Den Tag mit einem Glas warmen Wassers starten, versehen mit etwas frischem Ingwer
  • Repetitive und energische Versionen einer Yogapraxis wählen: Zum Beispiel Sonnengrüsse oder Versionen des Kriegers
  • Atemübungen wie etwa Kapalabhati wirken stimulierend auf das Nervensystem und helfen, das neblige Gefühl im Kopf zu klären
  • Typische Wintermahlzeiten wie etwa Röschti oder schwere Suppen nun gegen etwas leichtere Mahlzeiten austauschen
  • Gewisse Handstellungen, Mudras, können ebenfalls helfen, das Kapha auszugleichen (zum Beispiel Kapha Naashak Mudra: dabei strecken wir Zeig- und Mittelfinger und halten Ringfinger und kleinen Finger mit dem Daumen in Richtung Handfläche)
  • Sich Zeit nehmen, in die Stille zu gehen, zu meditieren. In der Übergangszeit verlieren wir oftmals die Verbindung zum Körper. Ohne diese Verbindung fühlen wir uns getrieben, rastlos, verloren, unruhig, deprimiert – denn dann haben all die Stimmen im Kopf viel zu viel Sendezeit! Kayasthiriam kann helfen, wieder in den Körper zu kommen, indem wir bewusst die Aufmerksamkeit zum Beispiel zu den Zehen bringen und so langsam den ganzen Fuss spüren.

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